Die Regisseure

Olivier Ducastel, geboren am 23. Februar 1962 in Lyon, wuchs im nordfranzösischen Rouen auf, ehe er nach Paris zog. Dort studierte er Film und Theater an der Sorbonne und drehte 1988 seinen ersten eigenen Kurzfilm, »Le Goût de plaire«. Im selben Jahr assistierte er seinem großen Mentor Jacques Demy (1931-1990) bei dessen letztem Film »Trois places pour le 26«. Anfang der 1990er Jahre arbeitete Ducastel vor allem als Sound-Editor, Cutter und Regieassistent.

Im Jahr 1995 lernte er Jacques Martineau kennen. Martineau, geboren am 8. Juli 1963 in Montpellier, wuchs in Nizza auf. Er studierte Literatur an der Pariser Ecole Normale Supérieure, promovierte mit einer Arbeit zu Honoré de Balzac und arbeitete danach zunächst vor allem als Unidozent.

Seit ihrem gemeinsamen Langfilmdebüt »Jeanne et le garçon formidable« (1998) machen Ducastel und Martineau, die über 20 Jahre lange auch privat liiert waren, zusammen Filme. Seit »Jeanne« - einer Musicalkomödie über die Liebe zwischen einem Mädchen (Virgine Ledoyen) und einem HIV-positiven Jungen (Mathieu Demy) - ist Aids ein wiederkehrendes Thema in ihren Filmen. Ihre Coming-of-Age-Dramen »Felix« (2000) und »Mein wahres Leben in der Provinz« (2003) gelten heute als Klassiker des französischen Queer Cinema.

Ducastel und Martineau waren zu Gast auf zahllosen internationalen Festivals und wurden mit bedeutsamen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit zwei Teddy-Awards (2000; 2016) und dem Jean-Vigo-Preis (2010). Im Mai 2016 waren sie die Juryvorsitzender bei der Queer Palm - des queeren Filmpreises des Festivals von Cannes.

Ducastel leitet seit 2013 das Regie-Programm an der französischen Filmhochschule FÉMIS; Martineau arbeitet als Dozent für Literatur und Drehbuch an Université Paris-Ouest Nanterre. »Théo & Hugo« ist ihr achter gemeinsamer Film.

 

Filmografie

1998      »Jeanne et le garçon formidable« · Berlinale 1998, Offizieller Wettbewerb · Étoiles d'Or - Spezialpreis
2000»Felix« (Drôle de Félix) · Berlinale 2000, Panorama · Teddy Award - Bester Film; Preis Siegessäule-Leserjury; Toronto Inside Out - Publikumspreis; Int. Filmfestival des lesbisch-schwulen Films Mailand - Bester Film
2003»Mein wahres Leben in der Provinz« (Ma vraie vie à Rouen) · Locarno & Toronto 2002, Offizielle Wettbewerbe · Int. Filmfestival des lesbisch-schwulen Films Mailand - Bester Film
2005»Meeresfrüchte« (Crustacés et coquillages) · Berlinale 2005, Panorama · Label Europa Cinéma
2008»Nés en 68«
2010»Der Baum und der Wald« (L'Arbre et la forêt) · Berlinale 2010, Panorama · Jean-Vigo-Preis
2011»Juste la fin du monde« (TV) · Adaption des Theaterstücks von Jean-Luc Lagarce
2016»Théo & Hugo« (Théo et Hugo dans le même bateau / Paris 05:59) · Berlinale 2016, Panorama · Teddy Award - Publikumspreis; FilmOut San Diego - Bester Film; Guadalajara International Film Festival - Bester Film; Wicked Queer Boston - Publikumspreis; In&Out Nizza - Publikumspreis

 

Die Darsteller

Geoffrey Couët, geboren 1988 im westfranzösischen Nantes, ließ sich am Pariser Cours Florent zum Schauspieler ausbilden. Nach seinem Abschluss gründete er seine eigene Theater-Company, für die er nicht nur als Darsteller und Tänzer, sondern auch als Autor und Regisseur tätig ist. Couët schreibt und dreht zudem Kurzfilme; sein Regiedebüt »L'Extra-tragique destin des Moutardes« (2011, Co-Autor & Co-Regie: Frédéric Brodard) erhielt den Drehbuchpreis beim Kurzfilmfestival in Troyes. 2016 war er Mitglied der internationalen Kurzfilmpreisjury beim Tel Aviv LGBT Film Festival. »Théo & Hugo« ist sein Hauptrollendebüt in einem Kinofilm.

 

Filmografie (Als Darsteller)

2009      »Anonymat« (R: Christophe Karabache)
2014»La voyante« (R: Henri Helman)
»Air conditionné« (R: Ivan Fresard)
»Mat« (R: Olivier L'inconnu)
2015»L'objet des uns« (R: Julien Siccard)
»Père et fils thérapie« (R: Emile Gaudreault)
»Un homme à la hauteur« (R: Laurent Tirard)
2016»Théo & Hugo« (R: Olivier Ducastel & Jacques Martineau) · Festival du Film de Cabourg - Prix Premiers Rendez-vous; FilmOut San Diego - Bester Darsteller

 

François Nambot studierte Schauspiel in Paris und spielte zunächst auf der Theaterbühne. Er gründete seine eigene Company, La Boite aux Lettres. Nach zahlreichen Kurzfilm-Auftritten debütierte Nambot mit einer kleinen Rolle in Tonie Marshalls romantischer Komödie "Er liebt mich, er liebt mich nicht" (2014). Der wahre Durchbruch gelang ihm im Jahr 2015, als er sowohl für Paul Verhoeven (für "Elle") vor der Kamera stand als auch in "Théo & Hugo" seine erste Hauptrolle fürs Kino spielte.

 

Filmografie

2012      »Mauvais Coton« (R: Sébastien Zaccoletti)
2014»Er liebt mich, er liebt mich nicht - Toujours l'amour« (Tu veux on tu veux pas, R: Tonie Marshall)
2016»Théo & Hugo« (R: Olivier Ducastel & Jacques Martineau) · Festival du Film de Cabourg - Prix Premiers Rendez-vous; FilmOut San Diego - Bester Darsteller
»Elle« (R: Paul Verhoeven)